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Auch Philipp für mehr Frauen auf Chefsesseln

OB unterzeichnet „Nürnberger Resolution" · Von Martina Stöhr

 

Aachen. Die Vertreterinnen des Arbeitskreises „Nürnberger Resolution" im Frauennetzwerk mussten nicht lange reden, um Oberbürgermeister Marcel Philipp zur Unterschrift zu bewegen. Entschlossen setzte er seinen Namen unter die Forderung an die Bundesregierung, durch eine Quotenregelung dafür zu sorgen, dass mehr Frauen Führungspositionen einnehmen. 40 Prozent sollten es laut Nürnberger Resolution sein: Bislang sind Frauen in Aufsichtsräten oder Chefsesseln aber noch eher die Ausnahme.

 

Gemeinsam mit seinen Besucherinnen überlegte der OB, was in Aachen getan werden kann, um die Nürnberger Resolution zu unterstützen. Er sei in einer Generation groß geworden, in der es selbstverständlich sei, dass Frauen und Männer in allen Bereichen gleichberechtigt seien. Und gerade diese Selbstverständlichkeit solle das Frauennetzwerk bei der Suche nach weiteren Mitstreitern betonen, riet Philipp. Schließlich sei es auch erwiesen, dass Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen erfolgreicher seien als andere.

 

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Erfolg für Petra Kissrow, Marion Moss, Annette Nowinzki, Ursula Becker und Claudine Schutz (v. l.): OB Marcel Philipp unterschreibt die „Nürnberger Resolution". Foto: Harald Krämer

 

Um die Forderungen der Resolution durchzusetzen, sei es wichtig, auch möglichst viele namhafte Männer als Mitstreiter zu gewinnen, betonte Marion Moss vom Arbeitskreis Nürnberger Resolution und ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der RWTH Aachen. Aus der Forderung nach einem „Geschlechter-Mix" in allen Bereichen ergebe sich schließlich auch die Notwendigkeit, den bislang ausschließlich aus Frauen bestehenden Arbeitskreis für männliche Mitglieder zu öffnen, ergänzte Petra Kissrow.

 

350 Unterschriften konnte der Arbeitskreis inzwischen sammeln, bis Ende des Jahres sollen es laut Moss mindestens 500 sein. Dass der OB sich nun bereitwillig in die Reihe der namhaften Unterzeichner einreihte, freut den Arbeitskreis ganz besonders. Die ersten 30 prominenten Aachener, die die Resolution im Rahmen der Feierlichkeiten zu „100 Jahre Frauenstudium an der RWTH" unterzeichnet haben, sind in einem Flyer zur Nürnberger Resolution abgebildet.

 

Schwierig sei allerdings, in Kontakt mit Vertretern aus der Wirtschaft zu treten, merkte Petra Kissrow an. Während inzwischen viele Politiker, Professoren und Wissenschaftler die Resolution unterstützten, hielten sich Firmenchefs und Aufsichträte offensichtlich noch zurück. Der Arbeitskreis hofft nun, dass der Oberbürgermeister ihnen dabei helfen kann, die entsprechenden Türen zu öffnen. Philipp sagte seine Unterstützung zu, merkte aber schmunzelnd an: „Ich helfe Ihnen gern, solange. Sie die nächsten 20 Jahre auf die Forderung nach einer Oberbürgermeisterin verzichten."

 

Unterstützung im Internet: www.nuernberger-resolution.de

 

 

 

 

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