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One Billion Rising 2017 in Aachen

Nachlese: Thomas Langens hat beste Fotos gemacht und uns zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank! zur Bildergalerie

 

Für eine Welt ohne Gewalt, Sexismus und Ungleichheit!

Das Frauennetzwerk StädteRegion Aachen hat für den diesjährigen Aktionstag ein breites Bündnis an UnterstützerInnen und Mitwirkenden gewonnen, um auch in Aachen am 14. Februar um 17:30 Uhr vor der Rotunde des Elisenbrunnens für eine Welt ohne Gewalt und Ungleichheit aufzustehen. Unter dem Motto: Rise! Disrupt! Connect! werden an diesem Tagweltweit Menschen auf die Straße gehen. Sie tanzen, demonstrieren und fordern das Ende der Gewalt gegen Frauen*. Sie reihen sich ein in die weltweiten Proteste von Frauen, die sich unter den „womens march“ zusammengeschlossen haben. Besonders eindrücklich schließen sich Frauen und solidarische Männer aus allen gesellschaftlichen Bereichen zusammen, um sich gegen Diskriminierung auf Grund von Geschlecht und Herkunft einzusetzen.

Weltweit erfährt jede dritte Frau* in ihrem Leben Gewalt – egal ob Schläge, Tritte, sexualisierte Gewalt, Zwangsheirat und -prostitution, Menschenhandel oder auch weibliche Genitalverstümmelung. 2012, als die Kampagne gegründet wurde, waren das weltweit etwa eine Milliarde Betroffene – daher auch der Name „One Billion Rising“ (deutsch: „Eine Milliarde steht auf“). Und noch viel mehr Frauen* leiden unter alltäglicher Diskriminierung, wie zum Beispiel ungerechter Behandlung auf dem Arbeitsmarkt.

 

Das Aachener Bündnis erhebt sich aus Solidarität zu allen Frauen* der Welt, die Gewalt erleben oder erlebt haben. Sie wollen alle Frauen* ermutigen, über ihre Gewalterfahrungen zu sprechen, sich Hilfe zu holen und Gewalttaten anzuzeigen. Konkret treten die
BündnispartnerInnen ein für:

  • die ausreichende Finanzierung einer Beratungs- und Betreuungsstruktur für Betroffene, insbesondere für Opfer sexualisierter und häuslicher Gewalt!
  • konsequente strafrechtliche Verfolgung von jeglicher sexueller Handlung ohne Zustimmung!
  • eine konsequente Bekämpfung der Zwangsprostitution bei gleichzeitiger Zusicherung einer Bleibeperspektive!
  • ein Verbot geschlechtsdiskriminierender Werbung!
  • gleichen Lohn bei gleicher Arbeit!
  • die gesellschaftliche Aufwertung frauen*dominierter Tätigkeiten!
  • die gesellschaftliche Gleichstellung aller Geschlechter!

Auch international unterstützen wir Bewegungen für solche und ähnliche Ziele: In Polen beispielsweise konnte eine beeindruckende Bewegung die Abschaffung des Abtreibungsrechts abwehren. In Irland entwickelt sich seit Jahren eine wachsende Bewegung mit dem Ziel, eines der strengsten Abtreibungsgesetze der Welt zu kippen. In Argentinien stehen zehntausende Frauen* gegen frauen*feindliche Gewalt auf. Die „Frauenmärsche“ in den letzten Wochen, an denen sich mehrere Millionen Frauen beteiligt haben ermutigen uns in unserem Engagement, denn sie zeigen die Kraft der Solidarität weltweit. Unser Kampf kennt keine Grenzen, Nationalität oder Hautfarbe sind uns egal. Wir sind solidarisch mit allen Betroffenen von Gewalt. Rassismus und Nationalismus haben bei uns keinen Platz.

Unser Ziel ist eine Welt frei von Gewalt, Sexismus und Ungleichheit. Und wir sind nicht allein! Nach jahrelangem Kampf wurde mit der Reform des Sexualstrafrechts der Grundsatz „Nein heißt Nein!“ ins Gesetzbuch geschrieben. Auch wenn es noch viel zu tun gibt und die konsequente Umsetzung abzuwarten bleibt, ist das doch ein Schritt in die richtige Richtung.

 

Weitere Infos, Aufruf und unterstützende Gruppen werden auf der Seite www.obraachen.blogsport.de tagesaktuell veröffentlicht.

 

Am Samstag, 11.02.2017 wird um 14:00 Uhr ein kostenloser Tanzworkshop mit Lazara Saez Alfonso in der Bleiberger Fabrik, Bleiberger Str. 2 angeboten bei dem die Choreographie des Tanzes, der am 14.02.2017 weltweit als Zeichen der Solidarität und des kraftvollen Protestes, einstudiert werden soll.

 

Sibylle Keupen
(Vorsitzende Frauennetzwerk StädteRegion Aachen)

 

Leitlinien der Frauen*märsche: https://www.womensmarch.com/mission/
“It is not our differences that divide us. It is our inability to recognize, accept, and celebrate those differences.— Audre Lorde
GUIDING PRINCIPLES
Women’s rights are human rights, regardless of a woman’s race, ethnicity, religion, immigration status, sexual identity, gender expression, economic status, age or disability. We practice empathy with the intent to learn about the intersecting identities of each other. We will suspend our first judgement and do our best to lead without ego. We follow the principles of Kingian nonviolence, which are defined as follows:
Principle 1: Nonviolence is a way of life for courageous people. It is a positive force confronting the forces of injustice and utilizes the righteous indignation and spiritual, emotional, and intellectual capabilities of people as the vital force for change and reconciliation.
Principle 2: The Beloved Community is the framework for the future. The nonviolent concept is an overall effort to achieve a reconciled world by raising the level of relationships among people to a height where justice prevails and persons attain their full human potential.
Principle 3: Attack forces of evil, not persons doing evil. The nonviolent approach helps one analyze the fundamental conditions, policies and practices of the conflict rather than reacting to one’s opponents or their personalities.
Principle 4: Accept suffering without retaliation for the sake of the cause to achieve our goal. Self-chosen suffering is redemptive and helps the movement grow in a spiritual as well as a humanitarian dimension. The moral authority of voluntary suffering for a goal communicates the concern to one’s own friends and community as well as to the opponent.
Principle 5: Avoid internal violence of the spirit as well as external physical violence. The nonviolent attitude permeates all aspects of the campaign. It provides a mirror type reflection of the reality of the condition to one’s opponent and the community at large. Specific activities must be designed to maintain a high level of spirit and morale during a nonviolent campaign.”

 

 

* Wir wollen mit dem Sternchen darauf aufmerksam machen, dass es mehr als zwei biologische Geschlechter gibt und noch viele weitere gefühlte Geschlechter (gender) hinzukommen.

 

 

 

 OBR2017

 

 

 

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