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Delegation der Nürnberger Resolution/ Gruppe StädteRegion Aachen führt Gespräche in Brüssel zur Einführung einer Frauenquote in Aufsichtsräten und in Führungsebenen

Mehr Frauen in die Aufsichtsräte, das ist das Ziel der Nürnberger Resolution!


Bereits seit 2008 haben sich das FrauenNetzWerk der StädteRegion Aachen der Nürnberger Resolution angeschlossen, um entsprechend dem norwegischen Modell im Aktiengesetz festzulegen, dass Aufsichtsräte deutscher Aktiengesellschaften mindestens mit jeweils 40% Frauen und Männern besetzt sein sollen.

 

Die Aachener Frauen setzen sich seitdem vehement für das Thema ein und haben sich mit verschiedenen Aktionen an die Öffentlichkeit gewandt. Aufgrund dessen haben sich bereits 825 Frauen und Männer aus der StädteRegion Aachen per Unterschrift für die Nürnberger Resolution engagiert.

 

v.l.n.r.: Diana Blaszkiewicz · Linda Pasch · Marlies Diepelt · Silke Tamm-Kanj · Birgit Kuballa · Claudine Schulz

Von links nach rechts: Diana Blaszkiewicz · Linda Pasch · Marlies Diepelt

Silke Tamm-Kanj · Birgit Kuballa · Claudine Schulz

 

Zuletzt waren sie am 27. April 2012 in Brüssel und haben mit den zuständigen Fachreferentinnen für die Gleichstellung von Frau und Mann, Dana Trama-Zada, Mitglied im Kabinett der EU-Kommissarin Viviane Reding für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft sowie Daniela Bankier, Generaldirektion Justiz das Gespräch gesucht.

 

Anlass war der durch die EU-Kommissarin und Vizepräsidentin des Europaparlaments, Vivian Reding, am 5. März 2012 in Berlin vorgelegte Fortschrittsbericht „Frauen in wirtschaftlichen Entscheidungspositionen in der EU“ und das damit einhergehende Arbeitsprogramm für 2012. Darin wird festgestellt, dass erst 24 Unternehmen in ganz Europa eine Selbstverpflichtung unterschrieben haben und geschätzt, dass bei gleichbleibendem Tempo noch 40 Jahre zur Erreichung eines Geschlechtergleichgewichts benötigt würden.

 

Angesichts der Wichtigkeit der gemeinsamen europäischen Herausforderung dieses Ungleichgewicht abzustellen, werden inzwischen politische Optionen für zielgerichtete Maßnahmen durch die EU-Kommission geprüft. Mehrere EU-Länder haben im Zuge der europäischen Bemühungen schon Rechtsvorschriften mit Quotenvorschriften eingeführt (Belgien, Frankreich, Italien, Niederlande, Spanien). Im Gegensatz dazu hat die Bundesregierung sich gegen eine verbindliche Quote ausgesprochen und setzt auf eine gesetzliche Pflicht für Unternehmen ab einer bestimmten Größe zur Selbstverpflichtung.

 

Anlässlich des Besuchs der Aachenerinnen wurde auf einen noch bis zum 28. Mai 2012 laufenden, öffentlichen Konsultationsprozess der Kommission hingewiesen. Damit sollen Meinungen und Vorschläge zu möglichen Maßnahmen aus interessierten Kreisen in ganz Europa eingeholt werden.

http://ec.europa.eu/justice/newsroom/gender-equality/opinion/120528_de.htm

Der Arbeitskreis möchte kundige Interessierte besonders auffordern sich an dieser Konsultation zu beteiligen. Beteiligen können sich Wirtschafts- oder Industrieverbände, einzelne Unternehmen, Organisationen der Zivilgesellschaft mit Interesse an Gleichstellungs- und/oder sozialen Fragen, Gewerkschaften, Gleichstellungseinrichtungen sowie andere Organisationen und Einzelpersonen.

 

Die Auswertungsergebnisse des Konsultationsprozesses werden der Kommission bei der Entscheidung über mögliche gesetzliche Maßnahmen als Grundlage dienen. Nach Abschluss des Gespräches bestand Einigkeit, dass es zur Erreichung des Ziels noch einiger Anstrengungen braucht.

 

 

 

 

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